Schutz der Gesundheit durch Impfungen

Impfungen können uns vor Krankheiten schützen, indem sie unseren Körper auf intelligente Weise immun machen: Sie schleusen Substanzen in den Körper, die als Infektion erkennbar sind, wie zum Beispiel ein Virus- oder Bakterienbestandteil. Dies veranlasst das körpereigene Immunsystem zur Produktion von Antikörpern und aktiviert ein Immungedächtnis, das den Körper schützt, wenn er mit der tatsächlichen Infektion konfrontiert wird. Diese Immunität kann für Jahre, Jahrzehnte oder sogar lebenslang nach der Impfung aufrechterhalten werden.

Die folgende Übersicht zeigt einige Krankheiten, denen durch Impfungen vorgebeugt werden kann (Stand April 2018):

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs wird durch bestimmte Stämme des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. Nach Brustkrebs ist Gebärmutterhalskrebs die Krebsart, von der europäische Frauen zwischen 15 und 44 Jahren am häufigsten betroffen sind. Nachgewiesenermassen sind humane Papillomaviren für den Grossteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sowie für eine Reihe anderer Krebsarten verantwortlich.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Leberentzündung (Gelbsucht), die durch Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) hervorgerufen wird. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Blut oder Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen (z.B. beim Geschlechtsverkehr). Hepatitis B ist hochansteckend. Die Infektion gilt als chronisch, wenn die Viren länger als sechs Monate im Blut nachweisbar sind. Die WHO schätzt, dass weltweit zwei Milliarden Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) infiziert sind. Davon sind bereits 240 Millionen Menschen chronisch erkrankt, mehr als 780'000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. In der Schweiz leben etwa 40’000 Menschen mit Hepatitis B.

Pneumokokkenerkrankung (PE)

Eine PE wird durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae verursacht, das auch als Pneumokokkus bekannt ist. Eine PE ist weltweit eine häufige Ursache für Krankheits- und Todesfälle. Bei Kleinkindern unter 2 Jahren, älteren Menschen ab 65 Jahren sowie bei Menschen aller Altersgruppen, die an chronischen Erkrankungen wie chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen oder Diabetes leiden, ist die Krankheitslast besonders hoch. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2005, sind jährlich 1,6 Millionen Todesfälle weltweit auf Pneumokokken zurückzuführen und das Risiko, an einer PE zu erkranken, steigt bei Erwachsenen mit zunehmendem Alter stetig an.

Gürtelrose

Bei Herpes Zoster (Gürtelrose) handelt es sich um eine häufig auftretende, schwächende Viruserkrankung, die durch eine Reaktivierung des Windpockenvirus verursacht wird, der jahrelang im Körper versteckt ruht und im Alter nochmals an die Oberfläche drängt. Etwa jeder vierte Europäer erkrankt in seinem Leben an Gürtelrose, was mitunter zu langanhaltenden Schmerzen und schwächender postherpetischer Neuralgie führt.

Windpocken

Bei Windpocken handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch das hochansteckende Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Das Virus ruft einen bläschenartigen Ausschlag, Juckreiz, Müdigkeit und Fieber hervor. Windpocken treten am häufigsten bei Kindern auf, aber jeder, der noch nie Windpocken hatte, kann daran erkranken.

Masern

Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende Virusinfektion, die in jedem Alter auftreten kann. Sie beginnt mit Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Lichtscheu, Entzündung der Mundschleimhaut und ist oft begleitet von Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Unkomplizierte Fälle heilen ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung (Enzephalitis; 1 auf 1000 Fälle), Lungenentzündung (Masernpneumonie; 10 bis 60 auf 1000 Fälle) oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickelt. Gelegentlich führen Masernkomplikationen zum Tod.

Mumps

Bei Mumps handelt es sich um eine durch einen Virus verursachte, ansteckende Krankheit. Zu den Symptomen zu Beginn der Krankheit zählen Kopfschmerzen, Unwohlsein und Fieber, gefolgt von der charakteristischen Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Mumps ist im Allgemeinen eine leichte Kinderkrankheit, von der vor allem Kinder zwischen fünf und neun Jahren betroffen sind. Es können sich jedoch auch Erwachsene mit Mumps anstecken, was mit schweren Komplikationen verbunden sein kann.

Röteln

Bei Röteln handelt es sich um eine ansteckende Virusinfektion, die sich im Allgemeinen durch einen leichten Krankheitsverlauf auszeichnet und am häufigsten bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Während die Krankheit bei Kindern in der Regel mild verläuft, kann sie bei Schwangeren ernste Auswirkungen haben und zum Tod des Fötus oder zu angeborenen Fehlern führen, die als Rötelnembryopathie bekannt sind. Das Rötelnvirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, wenn erkrankte Personen niesen oder husten. Der Mensch ist der einzige bekannte Wirt des Virus.


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