Wissenswertes über Darmkrebs

Darmkrebs tritt in den meisten Fällen im Dickdarm (Kolon) oder Enddarm (Rektum) und nur selten im Dünndarm auf. Deshalb versteht man unter "Darmkrebs" in der Regel Krebs des Dick- oder Enddarms. Er wird auch als kolorektales Karzinom oder Kolorektalkarzinom bezeichnet. Krebs des Dickdarms und des Enddarms kommt oft vor und ist zusammen mit Lungenkrebs die dritthäufigste Krebsart in der Schweiz. Etwa 95% der Krebserkrankungen des Dickdarms und des Enddarms entstehen in der Darmschleimhaut. Sie beginnen als Polypen, welche etwa 10 Jahre brauchen, um sich zu einem Krebs zu entwickeln. Die meisten Menschen sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 50 Jahre alt. Wenn Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, ist er in den meisten Fällen heilbar. Deshalb ist die Früherkennung sehr wichtig.

4400

Jedes Jahr wird bei rund 4'400 Menschen in der Schweiz ein Kolorektalkarzinom diagnostiziert, rund 1'650 Menschen sterben daran.

1850000

Im Jahr 2018 wurden weltweit rund 1'850'000 Kolorektalkarzinome registriert, mehr als 880'000 Patienten starben daran.


Krebs des Dickdarms oder des Enddarms tritt vor allem bei Erwachsenen über 50 Jahren auf. Das Krankheitsverhältnis von Männern zu Frauen beträgt 4:3.

Wie entsteht Darmkrebs?

Meistens entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Wucherungen der Schleimhaut an der Innenwand des Dickdarms oder Enddarms. Diese Wucherungen werden Polypen genannt. Einige Arten von Polypen können sich im Laufe der Zeit (normalerweise viele Jahre) in Krebs verwandeln, aber nicht alle Polypen werden zu Krebs.

Anzeichen und Symptome

Kolorektalkarzinome wachsen langsam. Über einen langen Zeitraum verursachen sie keine Beschwerden. Haben sie eine gewisse Grösse erreicht, können sie eines oder mehrere der folgenden Symptome auslösen:

  • veränderte Stuhlgewohnheiten (z. B. plötzlicher Durchfall oder Verstopfung oder Wechsel zwischen beidem)
  • Stuhldrang ohne Entleerung
  • Rektalblutung mit hellrotem Blut
  • Blut im Stuhl, das den Stuhl dunkelbraun oder schwarz aussehen lässt
  • Krämpfe oder Unterleibsschmerzen
  • Schwäche und Müdigkeit
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust

Viele dieser Symptome können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden, wie z.B. Infektionen, Hämorrhoiden oder Reizdarmsyndrom. Sie sollten jedoch von einem Arzt untersucht werden.

Risikofaktoren für Darmkrebs

Forscher haben mehrere Faktoren gefunden, die das Risiko für Darmpolypen oder Darmkrebs erhöhen können. Einige von ihnen hängen mit dem persönlichen Lebensstil zusammen und können daher vermieden oder zumindest reduziert werden:

Risikofaktoren, die beeinflusst werden können:

  • Übergewicht oder Adipositas
  • ungenügende körperliche Aktivität
  • übermässiger Konsum von rotem Fleisch
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen

Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können:

  • zunehmendes Alter
  • Geschlecht (Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen)
  • genetische Veranlagung

In den folgenden Fällen besteht ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs:

  • früheres Auftreten von Darmpolypen
  • Darmkrebs oder Darmpolypen bei Eltern oder Geschwistern
  • Vorliegen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa)

Menschen, die einem oder mehreren dieser Risiken ausgesetzt sind, können in jüngerem Alter an Darmkrebs erkranken.

Vorbeugung von Darmkrebs

Es gibt keinen sicheren Weg, Darmkrebs zu verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko zu senken:

  • Halten Sie Ihr Gewicht im Normbereich.
  • Bewegen Sie sich ausreichend.
  • Essen Sie wenig rotes Fleisch, aber genügend Nahrungsmittel, die viele Ballaststoffe enthalten (z.B. Vollkornprodukte, Gemüse und Obst).
  • Trinken Sie wenig Alkohol.
  • Rauchen Sie nicht.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten der Darmkrebsfrüherkennung.

Darmkrebsfrüherkennung ist wichtig

Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt, ist er in den meisten Fällen heilbar. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig. Der «Blut-im-Stuhl-Test» und die Darmspiegelung sind zwei bewährte Methoden zur Entdeckung von Darmkrebs und seiner Vorstufen.


Blut-im-Stuhl-Test

Der «Blut-im-Stuhl-Test» kann selbstständig zuhause durchgeführt werden. Er ist beim Arzt oder in der Apotheke erhältlich. Der Test weist selbst nicht sichtbare Spuren von Blut im Stuhl nach, das von Darmkrebs oder möglichen Vorstufen einer Darmerkrankung, den Polypen, ausgehen kann. Die Zuverlässigkeit des Tests ist gut, wenn dieser alle zwei Jahre durchgeführt wird.

Darmspiegelung

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine sehr zuverlässige Methode zur Entdeckung von Darmkrebs. Dabei untersucht ein Spezialist das Innere des Darms mit einem biegsamen Schlauch und einer kleinen Kamera. Diese überträgt die Bilder des Darms direkt auf einen Monitor. So kann ein Tumor mit hoher Wahrscheinlichkeit entdeckt und mögliche Polypen direkt entfernt werden. Die Untersuchung dauert circa 20 bis 30 Minuten und ist in der Regel schmerzarm.

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart in der Schweiz.
Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko zu senken.

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart in der Schweiz.
Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko zu senken.


CH-NON-00751, 08/2020