Humane Papillomaviren (HPV): Es braucht mehr Informations- und Aufklärungsarbeit

Die Schweiz hinkt der angestrebten Durchimpfungsrate von 80% bei 16-jährigen Mädchen zur Prävention vor HPV-bedingten Krebsarten deutlich hinterher. Dies zeigen die neusten Zahlen des Durchimpfungsmonitors, die das Bundesamt für Gesundheit jährlich veröffentlicht1,2.

Luzern, 02.09.2019. Die Impfrate in der Schweiz gegen HPV-bedingte Erkrankungen wie Vulva-, Vaginal- und Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Analbereich bleibt in der Schweiz weiterhin tief. Dies zeigen erneut die Zahlen des Durchimpfungsmonitors, die das Bundesamt für Gesundheit jährlich veröffentlicht.

Durchimpfungsrate von 80% erforderlich

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt das kantonale Durchimpfungsmonitoring jährlich durch, um den Stand der Impfraten in der Schweiz für die empfohlenen Basis- und ergänzenden Impfungen bei den 2-, 8- und 16-Jährigen zu erfassen1. Bei der Prävention vor einer Infektion durch humane Papillomaviren (HPV) liegt die Durchimpfungsrate der 16-jährigen Mädchen bei 56%2. Dies bei zwei Impfdosen, wie sie bei Mädchen und Jungen im Alter zwischen 11 bis 14 Jahren für einen höchstmöglichen Schutz vor Krebs im Genital- und Analbereich sowie vor Genitalwarzen (Feigwarzen) empfohlen werden.

Die vom BAG angestrebte Durchimpfungsrate sollte bei 16-jährigen Mädchen jedoch bei mindestens 80% liegen3. Aufgrund des bestehenden Impfangebots bekräftigte das BAG im Oktober 2018, dass es bei einer hohen Durchimpfungsrate möglich sei, die Bevölkerung vor rund 90% der HPV-assoziierten Erkrankungen zu schützen4.

Informations- und Wissenslücken füllen

Die Situation in der Schweiz ist massgeblich auf eine Informations- und Wissenslücke zurückzuführen. Dies verdeutlicht eine aktuelle Vergleichsstudie in Europa (März 2019), die in zehn Ländern inklusive der Schweiz durchgeführt wurde. Die aus dieser Studie für die Schweiz relevanten Datenim Überblick5:

  • Die Schweiz gehört zusammen mit Deutschland und Österreich zu den Ländern mit dem geringsten HPV-Bewusstsein. In der Schweiz gaben 48% der Befragten an, den Begriff HPV zu kennen; demgegenüber liegt das Bewusstsein im europäischen Durchschnitt gemäss der Befragung bei 62%. In der Schweiz konnte jeder zweite den Begriff HPV (Humanes Papillomavirus) nicht zuordnen5.
  • Auch das Wissen über die Häufigkeit einer HPV-Infektion ist gering: Zusätzlich zu den 52%, die den Begriff HPV nicht zuordnen konnten, gehen 31% davon aus, dass eine HPV-Infektion selten bis ziemlich selten vorkommt5. Demgegenüber steht die Tatsache, dass das Risiko, im Leben mindestens einmal mit HPV infiziert zu werden, bei über 75% liegt6.
  • Dass HPV ebenso Krebs bei Männern verursachen kann, ist in der Schweiz nur wenigen bewusst: 36% aller Befragten denken, dass alleine die Mädchen einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Nur 8% wussten, dass Jungs ebenso diesem Risiko ausgesetzt sind5.

Es braucht daher mehr Aufklärungsarbeit und der Zugang zu sachlichen, evidenzbasierten Informationen sollte gefördert werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass HPV die häufigste virale Infektion im Genitalbereich und Ursache einer Reihe von Erkrankungen bei Männern und Frauen ist7. Diese Informationsarbeit sollte dabei auf mehreren Ebenen stattfinden: innerhalb der ärztlichen Vorsorge, im Aufklärungsunterricht der Schulen, bei der militärischen Stellungspflicht und weiterhin im Rahmen der öffentlich zugänglichen Informationen durch das BAG («Impfen – gut zu wissen!» bzw. «Krebs und Genitalwarzen: Schütze dich, bevor du das erste Mal Sex hast! HPV-Impfung für Jugendliche). Eine Ergänzung dazu ist auch die im Februar 2018 von MSD initiierte Plattform https://hpv-info.ch/, die inzwischen von zahlreichen Partnern unterstützt wird.

Diese Informationen sind ausschliesslich für Medienschaffende bestimmt. MSD weist auf die werberechtlichen Bestimmungen des Arzneimittelrechtes hin, ins-besondere auf das Verbot der Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Über das kantonale Durchimpfungsmonitoring

Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) erfolgt das kantonale Durchimpfungsmonitoring. Ausgeführt werden die jährlichen Erhebungen durch das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit den Kantonen1. Nach einer ersten Erhebung 1999-2003, erfolgt seit 2005 eine Abfolge von dreijährigen Erhebungen. Jedes Jahr nimmt ein Teil der Kantone teil. Die nationalen Werte basieren auf den Daten aller an einer Erhebungsperiode teilnehmenden Kantone1.
Für 2018 wurden Zahlen in 8 Kantonen erhoben2. Die erhobenen Durchimpfungsraten bei den 16-jährigen Mädchen für die HPV-Impfung liegt gemäss der für 2018 erhobenen Zahlen bei 62% für 1 Dosis, bei 56% für zwei Dosen und bei 7% für die 3. Dosis2.

Über HPV6

Beinahe alle Formen von Gebärmutterhalskrebs (99%) werden durch eine Infektion mit einem der HPV-Hochrisikotypen verursacht. Es ist gemäss der Weltgesundheits-organisation (WHO, World Health Organisation) die vierthäufigste Krebsart bei Frauen und weist weltweit eine hohe Sterblichkeitsrate auf. HPV-Infektionen können zudem die Ursache mehrerer anderer Krebserkrankungen sowohl bei Frauen wie Männern sein, verbunden mit einem ernst zu nehmenden Sterberisiko und einer Belastung für das Gesundheitswesen. Einige der HPV-Typen können höchst unerwünschte Genitalwarzen (Feigwarzen) auslösen, andere können Krebs im Genital-, Anal- oder Mundbereich verursachen.

Über die European Survey on HPV5

Ipsos führte im Namen von MSD Interviews bei einer repräsentativen Grundgesamtheit von 15'000 Erwachsenen im Alter zwischen 16 und 60 Jahren innerhalb Europas durch (in alphabetischer Reihenfolge): Belgien 1’000, Deutschland 2’000, Frankreich 2’000, Griechenland 1’000, Italien 2’000, Österreich 1'000, Portugal 1’000, Schweiz 1'000, Spanien 2’000 und Vereintes Königreich 2’000. Die Erhebung erfolgt online zwischen dem 7. bis 21. Januar 2019. Die Grundgesamtheit basiert auf Anteile in Bezug auf Geschlecht, Alter, Region und Arbeitsstatus auf Länderniveau und die Erhebungsdaten wurden entsprechend der gegebenen Bevölkerungsverhältnisse gewichtet. Die Marktforschung wurde durch MSD initiiert und finanziert. Sie besitzt die Vertriebsrechte an den Untersuchungsergebnissen. In der Schweiz wurden insgesamt 1’000 Personen (zwei Drittel Jugendliche, ein Drittel Erwachsene) aus allen Sprachregionen befragt.

Für weitere Informationen:

Referenzen

1 https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-undpraevention/impfungen-prophylaxe/informationen-fachleute-gesundheitspersonal/durchimpfung.html, eingesehen am 13.08.2019

2 Bundesamt für Gesundheit, «Durchimpfung von 2-, 8- und 16-jährigen Kindern in der Schweiz, 1999-2018 (XLS, 459 kB, 13.06.2019), eingesehen am 23.08.2019

3 Bundesamt für Gesundheit, «Aktionsplan Nationale Strategie zu Impfungen» (23.11.2018), Seite 37: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/nationale-gesundheitsstrategien/nationalestrategie-impfungen-nsi.html, eingesehen am 13.08.2019

4 https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/hpv.html bzw. HPVImpfung: Empfehlungen des BAG und der EKIF zum neuen Impfstoff Gardasil 9® (PDF, 133 kB, 22.10.2018) Bull BAG 2018; Nr. 43: 10-15, eingesehen am 13.08.2019

5 Ipsos Healthcare Service Line: https://www.ipsos.com/en-ch/human-papillomavirus-europe, bzw. PDF “EU HPV Consumer Awareness Study” vom 04.03.2019, eingesehen am 13.08.2019

6 Syrjänen K et al. Prevalence, Incidence, and estimated life-time risk of cervical Human Papillomavirus Infections in a non-selected Finnish female population. Sex Transm Dis 1990;17:15-19.

7 World Health Organization: Immunization, Vaccines and Biologicals https://www.who.int/immunization/diseases/hpv/en/, eingesehen am 13.08.2019

Über MSD in der Schweiz:

Hier in der Schweiz sind 1000 Mitarbeitende in nationalen und internationalen Funktionen tätig. Der Bereich Humanmedizin ist in der Schweiz zuständig für den Vertrieb rezeptpflichtiger Medikamente und Biopharmazeutika in den Therapiebereichen Onkologie, Diabetes, Herzkreislauf, Infektionserkrankungen (u.a. Pilzinfektionen, Antibiotika-Resistenzen, HIV/AIDS und Hepatitis C), Immunologie, Frauengesundheit sowie von Impfstoffen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Am Schweizer Standort analysiert MSD neue biotechnologische Wirkstoffe, testet neue Medikamente, führt Stabilitätsstudien durch, koordiniert und liefert während der verschiedenen klinischen Entwicklungsphasen Testmedikamente für weltweite klinische Studien. MSD engagiert sich vor Ort für die Trendtage Gesundheit Luzern und den Swiss City Marathon Lucerne. 2019 rangiert MSD erstmals unter den Top 5 als zertifizierter "Top Employer Switzerland".

Über MSD global:

MSD ist ein geschützter Name von Merck & Co., Inc., Kenilworth, New Jersey, U.S.A. MSD ist ein führendes globales biopharmazeutisches Unternehmen, das seit mehr als einem Jahrhundert für das Leben forscht und Arzneimittel und Impfstoffe gegen die herausforderndsten Krankheiten weltweit entwickelt, darunter Krebs, Herz-Kreislauf, Alzheimer sowie Infektionskrankheiten, inklusive HIV und Ebola.

Mehr unter: www.msd.ch
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