Dinge, die zählen, wenn man während einer Pandemie Kinder betreut und im Home-Office arbeitet

Stephanie Narain, Franchise Lead Lung, Business Unit Oncology bei MSD Schweiz, erzählt von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen, als Mutter von zu Hause zu arbeiten und trotz des fehlenden persönlichen Kontakts den Zusammenhalt mit ihren Kollegen zu stärken.

Drei Wochen nach dem Ende des Mutterschaftsurlaubs meines zweiten Kindes wurde wegen der COVID-19-Pandemie der erste Lockdown verhängt. Ehrlich gesagt, war es schon eine Herausforderung, mich wieder auf das Arbeitsleben einzustellen. Aber nun war von einem Tag auf den anderen die Kita geschlossen und die Kinder waren mit mir zu Hause. Nicht nur das, die Pandemie stellte auch das Business auf den Kopf. Wenn ich jetzt an den März 2020 zurückdenke, sehe ich immer meinen Sohn, wie er mir das Headset klaut und mit seiner kleinen Schwester Pilot spielt. Aber es war nicht nur Spass. Ich fragte mich die ganze Zeit: Arbeite ich hart genug? Soll ich meine E-Mails checken, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe? Brauchen sie mich, wenn um die Mittagszeit ein wichtiger Anruf kommt?

Flexibel sein und sich selbst treu bleiben

Wenn ich von der Arbeit zu Hause während der COVID-19-Pandemie etwas gelernt habe, dann ist es flexibel zu sein und mir selbst treu zu bleiben. Einmal erhielt ich an einem späten Freitagnachmittag einen Anruf, bei dem man mir sagte, dass es in der Schule meines Sohnes einige positive COVID-19-Fälle gäbe. Die gesamte Familie musste sofort für die nächsten 10 Tage in Quarantäne - keine Ausflüge an der frischen Luft! Wissen Sie, was das für eine berufstätige Mutter bedeutet, deren Kinder rennen, klettern und Fussball spielen müssen? Wir wussten alle, dass diese Erfahrung ein bisschen hart werden würde, aber es war auch extrem schön zu sehen, wie mein Team reagiert hat, wenn mein Sohn sie plötzlich in der WebEx begrüsste, ihnen einige seiner Papierflugzeuge zeigte oder ihnen die Zunge herausstreckte. Während dieser Zeit habe ich gelernt, dass wir durch das Kennenlernen unserer Teamkollegen und das Teilen unserer Probleme Vertrauen und Verständnis aufgebaut haben. Es war eine schöne Erfahrung, uns gegenseitig auf einer tieferen und "persönlicheren" Ebene kennenzulernen - wer wir sind, was uns Sorgen bereitet und wie wir einander helfen können. Schliesslich sitzen wir alle im selben Boot und geben unser Bestes.

Praktisch über Nacht mussten wir neue Wege finden

Nicht nur zu Hause musste jede/r einen Weg finden, um von Woche zu Woche alles unter einen Hut zu bringen. Das Gleiche galt für die Arbeit. Praktisch über Nacht hörte das gesamte Team auf, im Büro zu arbeiten. Termine mit Kunden, Teambesprechungen, Kaffeepausen... all diese persönlichen Treffen gab es nicht mehr. Es war eine neue Situation für jede/n einzelnen von uns. Aber Krankheiten wie Krebs machen vor COVID-19 nicht halt und wir alle wollten uns weiterhin in gleichem Tempo für Krebspatienten einsetzen und unsere Ziele erreichen. Wir mussten schnell einen Weg finden, und das taten wir auch. Wie konnte das gelingen?

Es sind kleine Dinge, die wichtig sind, um unser leistungsstarkes Team zu erhalten

Es war keine hohe Wissenschaft, aber es war richtig und notwendig, es zu tun: Wir verpflichteten uns, die Tage nicht durchgängig mit WebEx-Meetings zu verbuchen. Das hiess: Keine Meetings in der Mittagspause, keine Meetings für eine volle Stunde, keine Meetings am Freitagnachmittag und die Möglichkeit von Besprechungen per Telefon, wenn keine Präsentation benötigt wurde. Das war für uns alle eine Erleichterung und gab uns Zeit, an Projekten zu arbeiten und unseren Kopf frei zu machen, um die Sinne zu schärfen. Ausserdem nahmen wir aktiv Rücksicht auf die persönliche Situation unserer Teamkollegen, z. B. wenn die Eltern mit dem Homeschooling der Kinder beschäftigt waren, legten wir Verantwortlichkeiten und Prioritäten so fest, dass wir die Arbeit als Team erledigen und trotzdem die individuellen Familiensituationen berücksichtigen konnten.

Es ist eine grossartige Erfahrung, die kleinen Dinge zu sehen, die notwendig sind, um uns als Team zusammen zu schweissen und unsere hohe Leistung auch in dieser besonderen Situation zu erhalten. Insgesamt haben mir Flexibilität, mir selbst treu zu bleiben und mich auf diese kleinen Dinge zu konzentrieren, ermöglicht, während der Pandemie zu wachsen - eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.


CH-NON-01147; 05/2021