Onkologie

Nierenkrebs besser verstehen

Nierenkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krebserkrankungen der Niere. Am häufigsten ist das Nierenzellkarzinom.

12. April 2022

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In der Schweiz wird jedes Jahr bei rund 1000 Menschen Nierenkrebs neu diagnostiziert. Rund zwei Drittel davon sind Männer und fast die Hälfte aller Patient:innen ist zum Zeitpunkt der Diagnose über 70 Jahre alt. Das Nierenzellkarzinom (engl. Renal Cell Carcinoma RCC) ist bei weitem die häufigste Form von Nierenkrebs und macht etwa 90% aller Nierenkrebsfälle aus. Es wird oft zufällig diagnostiziert, zum Beispiel bei bildgebenden Untersuchungen für eine andere Krankheit, da Symptome meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten. Glücklicherweise werden die meisten Nierentumore im Frühstadium entdeckt. Dennoch sind rund 30% der Patient:innen schon bei der Erstdiagnose von metastasiertem Nierenkrebs betroffen. Von diesen Patient:innen sind nach 5 Jahren nur noch 15 % am Leben. Dank der jüngsten Fortschritte in der Onkologie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Nierenzellkarzinome erheblich verändert und heute gibt es mehrere Therapieoptionen, um die Überlebensrate dieser Patient:innen zu erhöhen.

Häufigkeit von Nierenkrebs

1’000

In der Schweiz erkranken jedes Jahr rund 700 Männer und 300 Frauen an Nierenkrebs. Rund 300 Menschen sterben jährlich daran.

430’000

Weltweit wurden im Jahr 2020 rund 430’000 neue Nierenkrebserkrankungen diagnostiziert, rund 180’000 Menschen starben an Nierenkrebs.

Anzeichen und Symptome

Im Frühstadium verursacht Nierenkrebs in der Regel keine Anzeichen oder Symptome. Bei grösseren Tumoren ist dies jedoch möglich.

Mögliche Anzeichen und Symptome von Nierenkrebs können sein:

  • Blut im Urin
  • einseitige Rückenschmerzen (nicht durch eine Verletzung verursacht)
  • ein Knoten an der Seite oder am unteren Rücken
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust, der nicht durch eine Diät verursacht ist
  • Fieber, das nicht durch eine Infektion verursacht ist und das nicht verschwindet
  • Anämie (geringe Anzahl roter Blutkörperchen)

Risikofaktoren

Es wurden verschiedene Risikofaktoren für das Nierenzellkarzinom identifiziert. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren gemeinsam für die Entstehung von Nierenkrebs verantwortlich sind. Rauchen und Fettleibigkeit gelten als mögliche Hauptrisikofaktoren.

Zu weiteren Risikofaktoren zählen:

  • hoher Blutdruck
  • Auftreten von Nierenkrebs in der Familie
  • Exposition am Arbeitsplatz: Zahlreiche Studien vermuten, dass bestimmte Industriechemikalien, wie z. B. Trichlorethylen, das Risiko für RCC erhöhen können.
  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen als Frauen
  • bestimmte Arzneimittel: Einige Studien deuten darauf hin, dass Paracetamol, ein gängiges Schmerzmittel, mit einem erhöhten Risiko für RCC in Verbindung stehen kann.
  • genetische und vererbte Risikofaktoren

Prävention

In vielen Fällen ist die Ursache von Nierenkrebs nicht bekannt. In einigen anderen Fällen (z.B. bei Erbkrankheiten) ist die Ursache zwar bekannt, aber möglicherweise nicht vermeidbar. Sie können das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken, verringern, indem Sie mit dem Rauchen aufhören und ein gesundes Körpergewicht beibehalten.

CH-NON-00633, 06/2022