Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs ist ein bösartiger Tumor in der Brust, der vor allem Frauen betrifft. Wie sich die Erkrankung entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Behandlung von Brustkrebs kann sehr wirksam sein, vor allem wenn er frühzeitig erkannt wird. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten, Symptome, Diagnose, Risikofaktoren und Prävention sowie Behandlungsmöglichkeiten.

31. März 2022

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In der Schweiz erkranken jährlich rund 6’300 Frauen und 50 Männer an Brustkrebs, einem bösartigen Tumor in der Brust. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und macht fast ein Drittel aller Krebsdiagnosen aus. Die Erkrankungsrate nimmt mit steigendem Alter zu. Dennoch ist ein Viertel aller Patient:innen zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre. Weltweit ist Brustkrebs die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung mit mehr als 2.3 Millionen Betroffenen. Die rosa Schleife «Pink Ribbon» ist weltweit ein unverkennbares Symbol für Solidarität und Engagement im Kampf gegen Brustkrebs. Denn bei dieser Krebserkrankung ist die Früherkennung besonders wichtig für die Heilungschancen.

Arten von Brustkrebs

Es gibt viele verschiedene Arten von Brustkrebs. Bei den meisten Brustkrebsarten handelt es sich um Karzinome. Das sind Tumore, die in den Epithelzellen entstehen, die Organe und Gewebe im ganzen Körper auskleiden. In der Medizin wird Brustkrebs als Mammakarzinom bezeichnet (von lateinisch mamma „Brust, weibliche Brustdrüse“).

Duktales* Mammakarzinom (Milchgangkrebs)

  • entwickelt sich vorwiegend in den Zellen der Milchgänge
  • ist mit rund 50-80 % aller Fälle die häufigste Brustkrebserkrankung.
    lateinisch «ductuli», bedeutet Milchgänge

Lobuläres* Mammakarzinom (Läppchenkrebs)

  • entsteht in den sogenannten Drüsenläppchen, den milchproduzierenden Zellen
  • macht 5-15 % der Brustkrebserkrankungen aus.
    *lateinisch lobuli», bedeutet Läppchen

In-situ oder invasives Mammakarzinom

Die Art des Brustkrebses lässt sich auch danach unterscheiden, ob der Tumor gestreut hat oder nicht.

  • In-situ-Mammakarzinom: ist ein Tumor im Frühstadium. Es beschränkt sich auf seinen Entstehungsort und hat sich noch nicht im umliegenden Brustgewebe ausgebreitet.

  • Invasives Mammakarzinom: Der Tumor hat sich bereits im umliegenden Brustgewebe ausgebreitet. Es besteht ein Risiko zur Bildung von Metastasen, die in andere Gewebe und Organe streuen.

Rezeptorstatus des Mammakarzinoms

Bei Brustkrebs wird zusätzlich der Rezeptorstatus berücksichtigt. Er sagt aus, ob der Tumor hormonempfindlich ist und wie schnell er wächst.

HR-Status
HR-Status steht für Hormonrezeptor-Status. Er sagt aus, ob ein Tumor Bindestellen für die Hormone Östrogen und/oder Progesteron hat. Wenn ein Tumor einen oder beide Rezeptoren hat, spricht man von HR-positiv oder HR+.

HER2-Status
HER2 ist ein Protein, das Brustkrebszellen hilft, schnell zu wachsen. Brustkrebszellen, die mehr HER2 als normal enthalten, werden als HER2-positiv bezeichnet.

Ki-67
Ki-67 ist ein Protein in Zellen, das sich erhöht, wenn sie sich auf die Teilung in neue Zellen vorbereiten. Der sogenannte Ki-67-Proliferationsindex gibt an, wie schnell der Krebs wächst.

HR-positiv/HER2-negatives Mammakarzinom
Mit rund 70 % ist dies die häufigste Brustkrebsart nach Rezeptorstatus. Die Tumorzellen haben Hormon-Bindestellen, jedoch keine erhöhte Menge an Wachstumsfaktor-Rezeptoren.

Triple-negatives Mammakarzinom (TNBC)
TNBC ist eine aggressive Form von Brustkrebs, die rund 10-15 % aller Brustkrebserkrankungen ausmachen. «Triple-negativ» bedeutet, dass die Tumorzellen keine Östrogen- und Progesteronrezeptoren haben und keine erhöhte Menge HER2 bilden. Häufig erkranken jüngere Frauen an TNBC.

Es gibt noch weitere Arten von Brustkrebs, die in anderen Zelltypen der Brust zu wachsen beginnen und viel seltener auftreten.

Stetoskop und rose Schleife auf dem Tisch

Symptome von Brustkrebs

Brustkrebs wird häufig erst entdeckt, wenn der Tumor gross genug ist, um ihn zu ertasten. Oft verspüren Betroffene bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Symptome.

Mögliche Anzeichen für Brustkrebs:

  • schmerzloser Knoten oder verhärteter Bereich in der Brust
  • plötzliche Entzündung oder Rötung der Brust
  • plötzliche Dellen oder Wölbungen der Haut, vor allem im Bereich der Brustwarze
  • die Brustwarze ist entzündet
  • die Brust wird plötzlich grösser
  • aus der Brustwarze läuft eine Flüssigkeit, die auch blutig sein kann (ausserhalb von Schwangerschaft und Stillzeit)
  • geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle sowie unter- und oberhalb des Schlüsselbeins
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust

Diagnose

Brustkrebs kann mittels Mammografie, einer Röntgenuntersuchung der Brust, erkannt werden. Die definitive Diagnose wird anhand der Biopsie, der Entnahme einer Gewebeprobe, gestellt.

Risikofaktoren

Zu möglichen Risikofaktoren für Brustkrebs zählen:

  • Geschlecht: eine Frau zu sein ist der grösste Risikofaktor für eine Brustkrebserkrankung
  • Alter: ältere Frauen erkranken häufiger als jüngere Frauen
  • Familienhistorie: wenn Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt sind, steigt das Krankheitsrisiko
  • Erbliche Veranlagung: wenn Genmutationen vorliegen
  • Hormonelle Faktoren: z.B. erste Menstruation vor dem 12. Geburtstag, letzte Menstruation nach dem 55. Geburtstag; Geburt des ersten Kindes nach dem 30. Lebensjahr oder eine langjährige kombinierte Hormontherapie gegen Wechseljahrbeschwerden
  • Strahlentherapie: z. B. wenn der Oberkörper wegen einer anderen Krebserkrankung bestrahlt wurde
  • Übergewicht, Alkohol und Rauchen.

Prävention und Früherkennung

Zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt sollte jede Frau ihre Brust regelmässig abtasten, um Veränderungen wahrzunehmen.

Für Frauen ab 50 Jahren ist die Mammographie empfohlen, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen.

Behandlung von Brustkrebs

Heute sterben deutlich weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren. Das ist einerseits auf die verbesserte Früherkennung und auf neue und weiter entwickelte Therapien zurückzuführen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen die Operation, Chemotherapien, Strahlentherapien, Antihormontherapien, Immuntherapien und zielgerichtete Therapien. Oft werden verschiedene Therapiearten miteinander kombiniert.

Je früher Brustkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.


CH-NON-01561, 02/2022