Onkologie

Gebärmutterhalskrebs – was Sie darüber wissen sollten

Gebärmutterhalskrebs ist in der Schweiz eine eher seltene Krankheit. Er kann geheilt werden, wenn er in einem frühen Stadium diagnostiziert und rechtzeitig behandelt wird. Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs lassen sich durch die HPV-Impfung und weitere Präventionsmassnahmen wie Vorsorgeuntersuchungen und Behandlung von Krebsvorstufen verhindern. Hier erfahren Sie mehr.

31. März 2022

Share this article

article hero thumbnail

In der Schweiz erkranken jährlich rund 250 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 70 sterben daran. Die Neuerkrankungsrate steigt im Alter zwischen 25 und 44 Jahren an. Damit ist Gebärmutterhalskrebs die dreizehnthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. Weltweit erkrankten im Jahr 2020 mehr als 600’000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, mehr als 340’000 Frauen starben daran.

Entstehung und Formen von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich in fast allen Fällen aus den Oberflächenzellen auf dem Muttermund oder aus den Drüsenzellen des Gebärmutterhalses. In der Fachsprache wird Gebärmutterhalskrebs deshalb «Zervixkarzinom» (lateinisch cervix = Hals, Nacken) genannt.

Der Gebärmutterhals besteht aus zwei Teilen und ist mit zwei verschiedenen Arten von Zellen bedeckt.

  • Die Endozervix ist die Öffnung des Gebärmutterhalses, die in die Gebärmutter führt. Sie ist mit Drüsenzellen bedeckt.

  • Die Exozervix (oder Ektozervix) ist der äussere Teil des Gebärmutterhalses, den der Arzt bei einer Untersuchung sehen kann. Er ist mit Plattenepithelzellen bedeckt.

Der Ort, an dem diese beiden Zelltypen im Gebärmutterhals zusammentreffen, wird Transformationszone genannt. Die genaue Lage der Transformationszone ändert sich mit zunehmendem Alter und nach einer Geburt. Häufig beginnt Gebärmutterhalskrebs in den Zellen der Transformationszone.

Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses

Die normalen Zellen des Gebärmutterhalses entwickeln allmählich abnorme Veränderungen, die als «Krebsvorstufen» bezeichnet werden. Es ist möglich, dass sich aus einer Krebsvorstufe Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Daher ist es wichtig, Vorstufen regelmässig kontrollieren und allenfalls behandeln zu lassen.

Arten von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen werden danach eingeteilt, wie sie unter dem Mikroskop aussehen. Die wichtigsten Arten von Gebärmutterhalskrebs sind Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome.

  • Plattenepithelkarzinome entwickeln sich aus Zellen der Exozervix und beginnen am häufigsten in der Transformationszone.
  • Adenokarzinome entwickeln sich aus den schleimproduzierenden Drüsenzellen der Endozervix.

Seltener gibt es adenosquamöse Karzinome oder Mischkarzinome, die Merkmale von beiden Arten aufweisen.

Symptome von Gebärmutterhalskrebs

Bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs treten in der Regel keine Beschwerden auf. Symptome zeigen sich häufig erst in fortgeschrittenen Stadien. Zu den möglichen Symptomen zählen u.a. folgende:

  • Ungewöhnliche vaginale Blutungen (Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Blutungen nach der Menopause, Blutungen zwischen den Perioden)
  • Schlecht riechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Die genannten Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Dennoch sollte bei Vorliegen eines oder mehrerer Symptome ein Arzt aufgesucht werden.

Risikofaktoren

Der wichtigste Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist die Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Dies betrifft rund 99% aller Fälle. HPV sind extrem verbreitet und werden durch sexuellen Kontakt übertragen.

Zu weiteren möglichen Risikofaktoren zählen:

  • sexuelle Aktivität in jungen Jahren
  • viele Sexualpartner
  • ein Partner, der als Hochrisikopartner gilt (jemand mit HPV-Infektion oder mit vielen Sexualpartnern)
  • Rauchen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • langjährige Einnahme der Antibaby-Pille

Prävention durch Impfung

Jugendliche und junge Erwachsene können sich mit einem Impfstoff vor den gefährlichsten HPV-Typen schützen.

Die Impfung soll das Risiko verringern, sich mit gefährlichen HPV zu infizieren. In der Schweiz ist die HPV-Impfung für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 11 und 26 Jahren im Rahmen der kantonalen Impfprogramme kostenlos.

Früherkennung

Der beste Weg zur Früherkennung sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen durch den Frauenarzt mittels Pap-Test (Entnahme von Zellen aus dem Gebärmutterhals, die im Labor auf Krebs und Krebsvorstufen untersucht werden) und/oder HPV-Test (in den Zellen des Gebärmutterhalses wird nach Teilen der DNA von solchen HP-Viren gesucht, die am ehesten Gebärmutterhalskrebs verursachen).

Behandlung

Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten behandelbaren Krebsarten, sofern sie frühzeitig erkannt wird. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie, gezielte Therapie, Immuntherapie und bestmögliche unterstützende Pflege.

CH-NON-00150, 12/2021