Umfrage zur Versorgung von Krebspatient*innen in der Schweiz

Umfrage zur Versorgung von Krebspatient:innen in der Schweiz: Gute Noten – und trotzdem nicht optimal

19. Mai 2022

Share this article

article hero thumbnail

Krebserkrankungen stellen für die Betroffenen, aber auch für das Gesundheitssystem eine grosse Herausforderung dar. Die Firma MSD hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut gfs.bern mit einer repräsentativen Umfrage erstmals ausführlich die Meinung der Bevölkerung zur Qualität der Krebsversorgung in der Schweiz untersucht. Dabei wurde eine breite Zustimmung zur derzeitigen Versorgungssituation deutlich, aber auch Verbesserungsmöglichkeiten vor und nach der Behandlung aufgezeigt.   

Gemäss des Bundesamts für Statistik (2021) werden in der Schweiz jedes Jahr mehr als 40`000 neue Krebserkrankungen diagnostiziert, mindestens eine von fünf Personen erkrankt vor dem 70. Lebensjahr an Krebs1. Die gute Nachricht: Inzwischen scheint sich eine gewisse Stabilisierung bei den Neuerkrankungen abzuzeichnen1. Zudem sterben weniger Menschen an Tumorerkrankungen als früher1. Entsprechend gibt es in der Schweiz immer mehr Menschen, die mit Krebs leben oder ihre Krankheit besiegt haben. Sie alle sollten möglichst optimal versorgt werden. Dazu gehören, neben der eigentlichen medizinischen Behandlung, auch Massnahmen zur Vor- und Nachsorge und zur sozialen und psychologischen Betreuung. In einer von der Firma MSD in Auftrag gegebenen und von gfs.bern durchgeführten breit angelegten repräsentativen Umfrage wollte man wissen, wie die Qualität der Versorgung von Krebserkrankungen von der Schweizer Bevölkerung empfunden wird.

Gute Noten für die Versorgung von Krebspatient:innen

Vorneweg: Die Schweizer:innen nehmen an der Gesundheitspolitik regen Anteil. So gaben über 80 Prozent der Befragten an, dass sie an Gesundheitsfragen interessiert seien. Die Qualität der Versorgung von Krebspatient:innen wurde von fast 90 Prozent als gut, sehr gut oder hervorragend angesehen. Dieses positive Zeugnis fiel bei den selbst von Krebs Betroffenen mit einer Zustimmung von 95 Prozent noch deutlicher aus. Gerade die Erfahrungen mit der Versorgung der eigenen Erkrankung unterstreichen den Wert dieser ausserordentlich guten Einschätzung. Dafür ausschlaggebend waren vor allem das gute Gesundheitswesen in der Schweiz, das grosse Leistungsangebot, die gute Betreuung durch das Personal, die Qualität der Einrichtungen, der Zugang zur Behandlung und der unproblematische Austausch von Informationen. Vor allem die Erfahrungen im Spital wurde von den Befragten geschätzt. So bewerteten rund 80 Prozent der Umfrageteilnehmenden die dortige ärztliche und pflegerische Betreuung als positiv und auch mit der medikamentösen Behandlung war eine grosse Mehrheit zufrieden. Nur wenige der Befragten bemängelten die Therapien oder die Betreuungsqualität. Die überwiegende Mehrheit (85%) würde sich wieder auf den gewählten Behandlungsweg begeben.

Handlungsbedarf in der Krebsprävention und -frühdiagnose

Allerdings zeigt die Umfrage auch deutlich, dass in manchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Unter allen Befragten waren jeweils rund 15 Prozent mit der Krebsfrüherkennung, der Krebsprävention und der Koordination unzufrieden. Jeder Fünfte wäre froh gewesen, wenn die pflegenden Angehörigen besser unterstützt worden wären. Ein knappes Viertel aller Befragten könnte sich zudem eine bessere psychologische Betreuung der Patient:innen und deren Angehörigen vorstellen. Unter den persönlich Betroffenen hätten sich sogar 36 Prozent frühere Präventionsinformationen gewünscht. Knapp die Hälfte von ihnen haderte mit dem Zeitpunkt der Diagnose. So wären 47 Prozent froh gewesen, wenn der Krebs früher entdeckt worden wäre. Auch die COVID-19-Pandemie hinterliess ihre Spuren. So mussten immer wieder Behandlungen verschoben werden. Während knapp die Hälfte der Patient:innen mit den Leistungen der behandelnden Spezialisten zufrieden waren, vermissten manche der Angehörigen eine ausreichende ärztliche Versorgung während der Pandemie.

Hingegen werden die grossen Anstrengungen zur Erforschung von Tumorerkrankungen von den Schweizern geschätzt. So glaubte in der Befragung eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent an die Fortschritte der Krebsforschung in den vergangenen fünf Jahren (häufig jedoch ohne diese näher beschreiben zu können), nur ein Viertel der Befragten war der Meinung, es hätte in jüngerer Zeit keine oder kaum neue wissenschaftliche Erkenntnisse gegeben. Auch hinsichtlich einer zukünftig vollständigen Heilbarkeit von Tumorerkrankungen war über die Hälfte aller Befragten optimistisch.

Neue Krebsstrategie gefordert

Nur wenigen Befragten war die kürzlich beendete „Nationale Strategie gegen Krebs“ bekannt, sogar denjenigen nicht, die selbst von Krebs betroffen waren. Nach entsprechender Aufklärung gaben die meisten jedoch an, dass eine neue nationale Krebsinitiative für sie wichtig sei. Zurzeit existiert in der Schweiz als einzigem Land in Europa keine nationale Krebsstrategie. 72 Prozent der Befragten würden an einer möglichen Abstimmung über eine solche Gesetzesinitiative teilnehmen. Eine neue nationale Krebsinitiative könnte mit grossem Zuspruch rechnen, vor allem von Frauen, gesundheitspolitisch stark Interessierten und persönlich Betroffenen. Fast alle Befragten waren der Meinung, dass mit einer Krebsinitiative langfristig Geld gespart werden könne, dass die Krebsfrüherkennung und Prävention unterstützt werden solle, aber auch, dass die Koordination der Akteure und die Betreuung der Betroffenen verbesserungswürdig sei. Allerdings wurde dem Krebs gegenüber den vielen anderen schwerwiegenden Erkrankungen der Menschen keine besondere Rolle zugestanden. So sollten, gemäss der Mehrheit der Befragten, Tumorerkrankungen keine Sonderstellung in der Verfassung erhalten.

Die Umfrage

Für die von der Firma MSD in Auftrag gegebene und von gfs.bern durchgeführte repräsentative Umfrage zur Versorgung von Krebspatienten in der Schweiz wurde Ende des vergangenen Jahres (November/Dezember 2021) mit 1‘510 zufällig ausgesuchte Personen in der gesamten Schweiz mittels eines Online-Fragebogens oder Telefoninterviews ausführlich  befragt. Dreiviertel der Teilnehmenden gaben an, dass eine ihnen nahestehende Person oder zumindest eine ihnen bekannte Person von einer Krebserkrankung betroffen war oder ist. Insgesamt elf Prozent (136 Personen) hatten selbst persönliche Erfahrung mit einer Krebserkrankung gemacht, drei Prozent waren zum Zeitpunkt der Befragung an Krebs erkrankt. Die Patient:innen waren operiert worden (76%), hatten eine Chemotherapie (32%), Strahlentherapie (29%), zielgerichtete Therapie (18%), Hormontherapie (15%), alternative Therapie (14%) oder Immuntherapie (11%) erhalten. Neun von zehn Erkrankten gaben an, sich in der Regel an die Behandlungsvorgaben gehalten zu haben.

Download Report

https://www.gfsbern.ch/wp-content/uploads/2022/05/213064_bericht_msd_krebsversorgungsmonitor_def_v4.pdf

Onkologie

Nierenkrebs besser verstehen

Nierenkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krebserkrankungen der Niere. Am häufigsten ist das Nierenzellkarzinom.

12. April 2022

Share this article

article hero thumbnail

In der Schweiz wird jedes Jahr bei rund 1000 Menschen Nierenkrebs neu diagnostiziert. Rund zwei Drittel davon sind Männer und fast die Hälfte aller Patient:innen ist zum Zeitpunkt der Diagnose über 70 Jahre alt. Das Nierenzellkarzinom (engl. Renal Cell Carcinoma RCC) ist bei weitem die häufigste Form von Nierenkrebs und macht etwa 90% aller Nierenkrebsfälle aus. Es wird oft zufällig diagnostiziert, zum Beispiel bei bildgebenden Untersuchungen für eine andere Krankheit, da Symptome meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten. Glücklicherweise werden die meisten Nierentumore im Frühstadium entdeckt. Dennoch sind rund 30% der Patient:innen schon bei der Erstdiagnose von metastasiertem Nierenkrebs betroffen. Von diesen Patient:innen sind nach 5 Jahren nur noch 15 % am Leben. Dank der jüngsten Fortschritte in der Onkologie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Nierenzellkarzinome erheblich verändert und heute gibt es mehrere Therapieoptionen, um die Überlebensrate dieser Patient:innen zu erhöhen.

Häufigkeit von Nierenkrebs

1’000

In der Schweiz erkranken jedes Jahr rund 700 Männer und 300 Frauen an Nierenkrebs. Rund 300 Menschen sterben jährlich daran.

430’000

Weltweit wurden im Jahr 2020 rund 430’000 neue Nierenkrebserkrankungen diagnostiziert, rund 180’000 Menschen starben an Nierenkrebs.

Anzeichen und Symptome

Im Frühstadium verursacht Nierenkrebs in der Regel keine Anzeichen oder Symptome. Bei grösseren Tumoren ist dies jedoch möglich.

Mögliche Anzeichen und Symptome von Nierenkrebs können sein:

  • Blut im Urin
  • einseitige Rückenschmerzen (nicht durch eine Verletzung verursacht)
  • ein Knoten an der Seite oder am unteren Rücken
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust, der nicht durch eine Diät verursacht ist
  • Fieber, das nicht durch eine Infektion verursacht ist und das nicht verschwindet
  • Anämie (geringe Anzahl roter Blutkörperchen)

Risikofaktoren

Es wurden verschiedene Risikofaktoren für das Nierenzellkarzinom identifiziert. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren gemeinsam für die Entstehung von Nierenkrebs verantwortlich sind. Rauchen und Fettleibigkeit gelten als mögliche Hauptrisikofaktoren.

Zu weiteren Risikofaktoren zählen:

  • hoher Blutdruck
  • Auftreten von Nierenkrebs in der Familie
  • Exposition am Arbeitsplatz: Zahlreiche Studien vermuten, dass bestimmte Industriechemikalien, wie z. B. Trichlorethylen, das Risiko für RCC erhöhen können.
  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen als Frauen
  • bestimmte Arzneimittel: Einige Studien deuten darauf hin, dass Paracetamol, ein gängiges Schmerzmittel, mit einem erhöhten Risiko für RCC in Verbindung stehen kann.
  • genetische und vererbte Risikofaktoren

Prävention

In vielen Fällen ist die Ursache von Nierenkrebs nicht bekannt. In einigen anderen Fällen (z.B. bei Erbkrankheiten) ist die Ursache zwar bekannt, aber möglicherweise nicht vermeidbar. Sie können das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken, verringern, indem Sie mit dem Rauchen aufhören und ein gesundes Körpergewicht beibehalten.

CH-NON-00633, 06/2022

Onkologie

Gebärmutterhalskrebs – was Sie darüber wissen sollten

Gebärmutterhalskrebs ist in der Schweiz eine eher seltene Krankheit. Er kann geheilt werden, wenn er in einem frühen Stadium diagnostiziert und rechtzeitig behandelt wird. Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs lassen sich durch die HPV-Impfung und weitere Präventionsmassnahmen wie Vorsorgeuntersuchungen und Behandlung von Krebsvorstufen verhindern. Hier erfahren Sie mehr.

31. März 2022

Share this article

article hero thumbnail

In der Schweiz erkranken jährlich rund 250 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 70 sterben daran. Die Neuerkrankungsrate steigt im Alter zwischen 25 und 44 Jahren an. Damit ist Gebärmutterhalskrebs die dreizehnthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. Weltweit erkrankten im Jahr 2020 mehr als 600’000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, mehr als 340’000 Frauen starben daran.

Entstehung und Formen von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich in fast allen Fällen aus den Oberflächenzellen auf dem Muttermund oder aus den Drüsenzellen des Gebärmutterhalses. In der Fachsprache wird Gebärmutterhalskrebs deshalb «Zervixkarzinom» (lateinisch cervix = Hals, Nacken) genannt.

Der Gebärmutterhals besteht aus zwei Teilen und ist mit zwei verschiedenen Arten von Zellen bedeckt.

  • Die Endozervix ist die Öffnung des Gebärmutterhalses, die in die Gebärmutter führt. Sie ist mit Drüsenzellen bedeckt.

  • Die Exozervix (oder Ektozervix) ist der äussere Teil des Gebärmutterhalses, den der Arzt bei einer Untersuchung sehen kann. Er ist mit Plattenepithelzellen bedeckt.

Der Ort, an dem diese beiden Zelltypen im Gebärmutterhals zusammentreffen, wird Transformationszone genannt. Die genaue Lage der Transformationszone ändert sich mit zunehmendem Alter und nach einer Geburt. Häufig beginnt Gebärmutterhalskrebs in den Zellen der Transformationszone.

Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses

Die normalen Zellen des Gebärmutterhalses entwickeln allmählich abnorme Veränderungen, die als «Krebsvorstufen» bezeichnet werden. Es ist möglich, dass sich aus einer Krebsvorstufe Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Daher ist es wichtig, Vorstufen regelmässig kontrollieren und allenfalls behandeln zu lassen.

Arten von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen werden danach eingeteilt, wie sie unter dem Mikroskop aussehen. Die wichtigsten Arten von Gebärmutterhalskrebs sind Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome.

  • Plattenepithelkarzinome entwickeln sich aus Zellen der Exozervix und beginnen am häufigsten in der Transformationszone.
  • Adenokarzinome entwickeln sich aus den schleimproduzierenden Drüsenzellen der Endozervix.

Seltener gibt es adenosquamöse Karzinome oder Mischkarzinome, die Merkmale von beiden Arten aufweisen.

Symptome von Gebärmutterhalskrebs

Bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs treten in der Regel keine Beschwerden auf. Symptome zeigen sich häufig erst in fortgeschrittenen Stadien. Zu den möglichen Symptomen zählen u.a. folgende:

  • Ungewöhnliche vaginale Blutungen (Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Blutungen nach der Menopause, Blutungen zwischen den Perioden)
  • Schlecht riechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Die genannten Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Dennoch sollte bei Vorliegen eines oder mehrerer Symptome ein Arzt aufgesucht werden.

Risikofaktoren

Der wichtigste Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist die Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Dies betrifft rund 99% aller Fälle. HPV sind extrem verbreitet und werden durch sexuellen Kontakt übertragen.

Zu weiteren möglichen Risikofaktoren zählen:

  • sexuelle Aktivität in jungen Jahren
  • viele Sexualpartner
  • ein Partner, der als Hochrisikopartner gilt (jemand mit HPV-Infektion oder mit vielen Sexualpartnern)
  • Rauchen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • langjährige Einnahme der Antibaby-Pille

Prävention durch Impfung

Jugendliche und junge Erwachsene können sich mit einem Impfstoff vor den gefährlichsten HPV-Typen schützen.

Die Impfung soll das Risiko verringern, sich mit gefährlichen HPV zu infizieren. In der Schweiz ist die HPV-Impfung für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 11 und 26 Jahren im Rahmen der kantonalen Impfprogramme kostenlos.

Früherkennung

Der beste Weg zur Früherkennung sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen durch den Frauenarzt mittels Pap-Test (Entnahme von Zellen aus dem Gebärmutterhals, die im Labor auf Krebs und Krebsvorstufen untersucht werden) und/oder HPV-Test (in den Zellen des Gebärmutterhalses wird nach Teilen der DNA von solchen HP-Viren gesucht, die am ehesten Gebärmutterhalskrebs verursachen).

Behandlung

Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten behandelbaren Krebsarten, sofern sie frühzeitig erkannt wird. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie, gezielte Therapie, Immuntherapie und bestmögliche unterstützende Pflege.

CH-NON-00150, 12/2021

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs ist ein bösartiger Tumor in der Brust, der vor allem Frauen betrifft. Wie sich die Erkrankung entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Behandlung von Brustkrebs kann sehr wirksam sein, vor allem wenn er frühzeitig erkannt wird. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten, Symptome, Diagnose, Risikofaktoren und Prävention sowie Behandlungsmöglichkeiten.

31. März 2022

Share this article

article hero thumbnail

In der Schweiz erkranken jährlich rund 6’300 Frauen und 50 Männer an Brustkrebs, einem bösartigen Tumor in der Brust. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und macht fast ein Drittel aller Krebsdiagnosen aus. Die Erkrankungsrate nimmt mit steigendem Alter zu. Dennoch ist ein Viertel aller Patient:innen zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre. Weltweit ist Brustkrebs die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung mit mehr als 2.3 Millionen Betroffenen. Die rosa Schleife «Pink Ribbon» ist weltweit ein unverkennbares Symbol für Solidarität und Engagement im Kampf gegen Brustkrebs. Denn bei dieser Krebserkrankung ist die Früherkennung besonders wichtig für die Heilungschancen.

Arten von Brustkrebs

Es gibt viele verschiedene Arten von Brustkrebs. Bei den meisten Brustkrebsarten handelt es sich um Karzinome. Das sind Tumore, die in den Epithelzellen entstehen, die Organe und Gewebe im ganzen Körper auskleiden. In der Medizin wird Brustkrebs als Mammakarzinom bezeichnet (von lateinisch mamma „Brust, weibliche Brustdrüse“).

Duktales* Mammakarzinom (Milchgangkrebs)

  • entwickelt sich vorwiegend in den Zellen der Milchgänge
  • ist mit rund 50-80 % aller Fälle die häufigste Brustkrebserkrankung.
    lateinisch «ductuli», bedeutet Milchgänge

Lobuläres* Mammakarzinom (Läppchenkrebs)

  • entsteht in den sogenannten Drüsenläppchen, den milchproduzierenden Zellen
  • macht 5-15 % der Brustkrebserkrankungen aus.
    *lateinisch lobuli», bedeutet Läppchen

In-situ oder invasives Mammakarzinom

Die Art des Brustkrebses lässt sich auch danach unterscheiden, ob der Tumor gestreut hat oder nicht.

  • In-situ-Mammakarzinom: ist ein Tumor im Frühstadium. Es beschränkt sich auf seinen Entstehungsort und hat sich noch nicht im umliegenden Brustgewebe ausgebreitet.

  • Invasives Mammakarzinom: Der Tumor hat sich bereits im umliegenden Brustgewebe ausgebreitet. Es besteht ein Risiko zur Bildung von Metastasen, die in andere Gewebe und Organe streuen.

Rezeptorstatus des Mammakarzinoms

Bei Brustkrebs wird zusätzlich der Rezeptorstatus berücksichtigt. Er sagt aus, ob der Tumor hormonempfindlich ist und wie schnell er wächst.

HR-Status
HR-Status steht für Hormonrezeptor-Status. Er sagt aus, ob ein Tumor Bindestellen für die Hormone Östrogen und/oder Progesteron hat. Wenn ein Tumor einen oder beide Rezeptoren hat, spricht man von HR-positiv oder HR+.

HER2-Status
HER2 ist ein Protein, das Brustkrebszellen hilft, schnell zu wachsen. Brustkrebszellen, die mehr HER2 als normal enthalten, werden als HER2-positiv bezeichnet.

Ki-67
Ki-67 ist ein Protein in Zellen, das sich erhöht, wenn sie sich auf die Teilung in neue Zellen vorbereiten. Der sogenannte Ki-67-Proliferationsindex gibt an, wie schnell der Krebs wächst.

HR-positiv/HER2-negatives Mammakarzinom
Mit rund 70 % ist dies die häufigste Brustkrebsart nach Rezeptorstatus. Die Tumorzellen haben Hormon-Bindestellen, jedoch keine erhöhte Menge an Wachstumsfaktor-Rezeptoren.

Triple-negatives Mammakarzinom (TNBC)
TNBC ist eine aggressive Form von Brustkrebs, die rund 10-15 % aller Brustkrebserkrankungen ausmachen. «Triple-negativ» bedeutet, dass die Tumorzellen keine Östrogen- und Progesteronrezeptoren haben und keine erhöhte Menge HER2 bilden. Häufig erkranken jüngere Frauen an TNBC.

Es gibt noch weitere Arten von Brustkrebs, die in anderen Zelltypen der Brust zu wachsen beginnen und viel seltener auftreten.

Stetoskop und rose Schleife auf dem Tisch

Symptome von Brustkrebs

Brustkrebs wird häufig erst entdeckt, wenn der Tumor gross genug ist, um ihn zu ertasten. Oft verspüren Betroffene bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Symptome.

Mögliche Anzeichen für Brustkrebs:

  • schmerzloser Knoten oder verhärteter Bereich in der Brust
  • plötzliche Entzündung oder Rötung der Brust
  • plötzliche Dellen oder Wölbungen der Haut, vor allem im Bereich der Brustwarze
  • die Brustwarze ist entzündet
  • die Brust wird plötzlich grösser
  • aus der Brustwarze läuft eine Flüssigkeit, die auch blutig sein kann (ausserhalb von Schwangerschaft und Stillzeit)
  • geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle sowie unter- und oberhalb des Schlüsselbeins
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust

Diagnose

Brustkrebs kann mittels Mammografie, einer Röntgenuntersuchung der Brust, erkannt werden. Die definitive Diagnose wird anhand der Biopsie, der Entnahme einer Gewebeprobe, gestellt.

Risikofaktoren

Zu möglichen Risikofaktoren für Brustkrebs zählen:

  • Geschlecht: eine Frau zu sein ist der grösste Risikofaktor für eine Brustkrebserkrankung
  • Alter: ältere Frauen erkranken häufiger als jüngere Frauen
  • Familienhistorie: wenn Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt sind, steigt das Krankheitsrisiko
  • Erbliche Veranlagung: wenn Genmutationen vorliegen
  • Hormonelle Faktoren: z.B. erste Menstruation vor dem 12. Geburtstag, letzte Menstruation nach dem 55. Geburtstag; Geburt des ersten Kindes nach dem 30. Lebensjahr oder eine langjährige kombinierte Hormontherapie gegen Wechseljahrbeschwerden
  • Strahlentherapie: z. B. wenn der Oberkörper wegen einer anderen Krebserkrankung bestrahlt wurde
  • Übergewicht, Alkohol und Rauchen.

Prävention und Früherkennung

Zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt sollte jede Frau ihre Brust regelmässig abtasten, um Veränderungen wahrzunehmen.

Für Frauen ab 50 Jahren ist die Mammographie empfohlen, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen.

Behandlung von Brustkrebs

Heute sterben deutlich weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren. Das ist einerseits auf die verbesserte Früherkennung und auf neue und weiter entwickelte Therapien zurückzuführen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen die Operation, Chemotherapien, Strahlentherapien, Antihormontherapien, Immuntherapien und zielgerichtete Therapien. Oft werden verschiedene Therapiearten miteinander kombiniert.

Je früher Brustkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.


CH-NON-01561, 02/2022

Wir sind ein Top Employer!

Zum 10. Mal in Folge hat unser Unternehmen die Auszeichnung «Top Employer» erhalten. Die Auszeichnung würdigt die zahlreichen Vorteile für die Mitarbeitenden, zum Beispiel die neu eingeführte Work from Home-Richtlinie oder der grosszügige Elternurlaub für Mütter und Väter von 16 Wochen.

20. Januar 2022

Share this article

article hero thumbnail

Das unabhängige Top Employers Institute zertifiziert alljährlich Unternehmen, für die ihre Mitarbeitenden an erster Stelle stehen und denen sie ein attraktives Arbeitsumfeld bieten, das die berufliche und persönliche Entwicklung fördert. Grundlage für die Zertifizierung sind entsprechende Ergebnisse einer «HR Best Practices»-Umfrage. Wichtige Faktoren für die Zertifizierung sind überdurchschnittliche Bewertungen in den Bereichen:

  • Personalmanagement
  • Vergütung und soziale Absicherung
  • Karrieremöglichkeiten
  • Arbeitsbedingungen
  • Aus- und Weiterbildung sowie
  • Unternehmenskultur.

MSD erzielte in allen Umfragekategorien ausgezeichnete Ergebnisse

Das Engagement der Mitarbeitenden, einschliesslich Wohlbefinden, sowie Anerkennung und Belohnung wurden als überdurchschnittlich bewertet. Auch der Bewertungspunkt Einigkeit, der u.a. ethische Integrität, Werte, Diversität und Inklusion sowie das Arbeitsumfeld umfasst, erzielte ausgezeichnete Werte. 

Judeke Frederiks
Judeke Frederiks, HR Director Schweiz

«Wir sind stolz darauf, ein weiteres Mal als Top Employer Switzerland zertifiziert zu sein. Diese Auszeichnung unterstreicht unser kontinuierliches Engagement, flexible Arbeitsbedingungen und ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. Wir freuen uns, dass wir in vielen Bereichen überdurchschnittlich gut bewertet wurden, besonders wenn es um das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden geht. Solche Bewertungen sind selbst in den besten Zeiten sehr wichtig – und in dieser noch nie dagewesenen Pandemiesituation absolut entscheidend.»

Unsere Leistungen für Mitarbeitende

Seit 2020 erhalten alle Eltern unabhängig von ihrem Geschlecht 16 Wochen vollständig bezahlten Elternurlaub innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Geburt oder Adoption eines Kindes. Dies ist eine der grosszügigsten und inklusivsten Regelungen in der gesamten Schweiz, in der per Gesetz lediglich zwei Wochen vorgeschrieben sind. Im selben Jahr führte MSD eine neue Regelung ein, die Mitarbeitenden und Führungskräften volle Flexibilität bei der Festlegung des Umfangs ihrer Homeoffice Tätigkeit  gibt. Darüber hinaus investiert MSD stark in die Digitalisierung am Arbeitsplatz und präsentiert sich so als noch agileres und stärker auf Wachstum und Lernen ausgerichtetes Unternehmen.

Diversität und Inklusion sind uns wichtig

MSD setzt sich aktiv für Diversität und Inklusion ein, beispielsweise mit vielen internen Netzwerken wie dem «Womenʼs Network», dem «Next Generation Network» und dem «LGBTQI Network». Die genannten Initiativen sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem immer besseren Angebot für alle MSD-Mitarbeitenden in der Schweiz. Sie belegen, wie sehr sich MSD für Diversität, Inklusion und Wohlbefinden einsetzt. Noch wichtiger: Sie stehen für die Werte des Unternehmens und dessen Überzeugung, wie sich der beste Ausgleich zwischen Privatleben, Familie und Karriere erreichen lässt.

Möchten Sie mehr über uns und das Unternehmen MSD wissen?

Lesen Sie unsere Stories!

CH-NON-01563, 02/2022

Hero image
Unser Engagement

Pulmonale Hypertonie

Jedes einzelne Leben motiviert uns Tag für Tag unser Bestes zu geben.

Pulmonale Hypertonie ist eine seltene chronische Erkrankung, die unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Bei MSD engagieren wir uns für Menschen, die davon betroffen sind.

Pulmonale Hypertonie (PH), auch Lungenhochdruck genannt, ist eine chronische Krankheit, welche durch eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf gekennzeichnet ist. Sie kann zu einer erheblichen Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen und unbehandelt lebensbedrohlich sein. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit dem Ziel, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und eine möglichst gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Mehr erfahren

Unser Engagement im Bereich pulmonale Hypertonie

Seit über
5

Jahren engagiert, das Leben von Patienten in der Schweiz zu verbessern

Im Jahr
2013

Einführung des ersten Stimulators der löslichen Guanylatzyklase (sGC) gegen PH in der Schweiz

Aktiv seit
2016

in langjährigen Partnerschaften und Projekten

Unsere Partnerschaften und Projekte

Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pulmonale Hypertonie (SGPH)

Die SGPH ist ein Expertengremium, das seit mehr als 20 Jahren das Wissen rund um die Pulmonale Hypertonie in einem effizienten Netzwerk bündelt. Wir unterstützen die SGPH seit Jahren bei verschiedenen Projekten und Initiativen.

Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen

Wir engagieren uns seit Jahren in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen und dem Schweizer PH-Verein für Menschen mit pulmonaler Hypertonie.

Fortbildungsveranstaltungen und Kongresse

MSD nimmt regelmässig am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie (SGP) teil und unterstützt Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, um zur Aufklärung über pulmonale Hypertonie und deren Behandlung beizutragen.

Klinische Forschung

Seit fast 130 Jahren forschen wir weltweit, um mit unseren Medikamenten und Impfstoffen zu einer besseren Gesundheit unserer Gesellschaft beizutragen, heute und für kommende Generationen. In der Schweiz betreibt MSD zurzeit 34 klinische Studien in unterschiedlichen Therapiegebieten (Stand 11/2021).

Mehr erfahren

Information und Aufklärung

Besonders im November, im Awareness-Monat des Lungenhochdrucks, und am 5. Mai, dem weltweiten Tag der pulmonalen Hypertonie, machen wir in der breiten Öffentlichkeit auf die Erkrankung und die Wichtigkeit der Früherkennung aufmerksam.

article quote image

«Je früher eine pulmonale Hypertonie diagnostiziert und behandelt wird, desto eher kann ein Patient von einer Verbesserung seiner Lebensqualität profitieren. Mit unserem Engagement möchten wir zur Aufklärung und Früherkennung der Erkrankung beitragen.»

Claudia Kimmich

Senior Customer Engagement Specialist Pulmonary Hypertension, MSD Schweiz

CH-NON-01417, 10/2021

Gesundheitsbewusstsein

Was ist pulmonale Hypertonie?

Atemnot, schnelleres Ermüden und verminderte Leistungsfähigkeit zählen zu den frühen Anzeichen einer pulmonalen Hypertonie. Erfahren Sie mehr über diese seltene chronische Erkrankung.

09.11.2021

Share this article

article hero thumbnail

Pulmonale Hypertonie (PH) ist eine chronische, krankhafte Blutdruckerhöhung in den Lungengefässen, die zu einer erheblichen Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen kann. Aufgrund ihrer unspezifischen Symptome ist es oft schwierig, eine pulmonale Hypertonie als solche zu erkennen. Wird sie nicht behandelt, kann sie lebensbedrohlich sein.

Pulmonale Hypertonie ist eine seltene Erkrankung

Gemäss Schätzungen sind 125-425 Menschen in der Schweiz davon betroffen und 8-25 erkranken pro Jahr in der Schweiz neu daran.

Die Diagnose der pulmonalen Hypertonie ist nicht immer einfach

Die Beschwerden sind anfänglich meist leicht und können auch auf andere Krankheiten hindeuten, wie z. B. Asthma, Bronchitis oder ein Erschöpfungssyndrom. Deshalb kann es vorkommen, dass bis zur Diagnosestellung durchschnittlich bis zu 2.5 Jahre vergehen. Wertvolle Zeit, in der die Patienten keine wirksame Therapie erhalten.

Zu den anfänglichen Symptomen der pulmonalen Hypertonie können zählen:

  • Atemnot bei körperlicher Anstrengung wie z.B. Bergaufgehen oder Treppensteigen
  • erhöhte Ermüdbarkeit
  • Engegefühl in der Brust
  • Herzklopfen, schnellerer Herzschlag
  • Schwindel bei starker körperlicher Belastung
  • verminderte Leistungsfähigkeit

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu diesen Beschwerden kommen:

  • Zeichen einer nachlassenden Pumpkraft des rechten Herzens wie Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme) und gestaute Halsvenen
  • starke Brustschmerzen wie bei einem Herzinfarkt
  • blaue Lippen als Zeichen der verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers niedrige bzw. abnehmende Blutdruckwerte im Körperkreislauf

Die Behandlung der pulmonalen Hypertonie erfolgt durch ein Team von Spezialisten

Nur Spezialisten mit grosser Erfahrung können die pulmonale Hypertonie behandeln, denn die Therapie ist komplex und muss je nach Ursachen und Symptomen individuell auf jeden Patienten abgestimmt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene in einem spezialisierten Fachzentrum für pulmonale Hypertonie behandelt werden.

In der Schweiz gibt es mehrere spezialisierte Fachzentren für die pulmonale Hypertonie, sogenannte PH-Zentren

In einem PH-Zentrum arbeiten Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen interdisziplinär zusammen, um Patienten mit pulmonaler Hypertonie die Therapie zu ermöglichen, die ihnen die grösstmögliche Lebensqualität schenkt. Die Spezialisten sind in der Lage, eine pulmonale Hypertonie zu erkennen, zu diagnostizieren und zu behandeln. PH-Zentren sind zudem für Notfälle eingerichtet und bieten Betroffenen rund um die Uhr Support.

Übersicht der PH-Zentren in der Schweiz

Icons / 16 / PlayButton Created with Sketch.

Unser Engagement

Je früher eine pulmonale Hypertonie diagnostiziert und behandelt wird, desto eher kann ein Patient von einer Verbesserung seiner Lebensqualität profitieren. Mit unserem Engagement möchten wir zur Aufklärung und Früherkennung der Erkrankung beitragen.

Schweizerische Gesellschaft für Pulmonale Hypertonie SGPH

Unterstützung für Patienten

Die Schweizerische Gesellschaft für Pulmonale Hypertonie SGPH ist ein Expertengremium und steht Ärzten und Patienten für Pulmonale Hypertonie zur Verfügung.

CH-NON-01409, 10/2021

Onkologie

Gegen Lungenkrebs zu kämpfen lohnt sich

Lungenkrebs ist weltweit die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Täglich sterben 4'000 Menschen an der Krankheit.

28.06.2021

Share this article

article hero thumbnail

Den Kampf aufnehmen

Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs fühlen sich oft stigmatisiert. Sie schämen sich, haben Angst und fühlen sich allein. Es ist wichtig zu wissen, dass alle Patienten Mitgefühl und Unterstützung von Angehörigen, medizinischen Fachpersonen und der gesamten Gesellschaft verdienen.

Das Lungenkrebs-Stigma kann Patienten dazu verleiten, dass sie…

die Behandlung verzögern oder ablehnen

… es vermeiden, anderen von ihrer Diagnose zu erzählen.

… zögern, um Hilfe zu bitten.

Obwohl Lungenkrebs so häufig vorkommt, gibt es immer noch viele falsche Vorstellungen über die Erkrankung. Rauchen ist zwar eine der Hauptursachen, es gibt aber noch eine Reihe anderer Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, erhöhen können.

Korrekte Informationen sind ein wichtiger erster Schritt zum Verständnis Ihrer Diagnose und im Kampf gegen den Krebs:

  • Weltweit wird geschätzt, dass 25% der Lungenkrebspatienten nie geraucht haben.
  • Umweltfaktoren wie die Belastung mit Radon, Asbest und Luftverschmutzung können zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko führen.
  • Obwohl Lungenkrebs häufiger im höheren Alter diagnostiziert wird, kann er auch bei jüngeren Erwachsenen auftreten.
  • Menschen, die die Diagnose ‘Lungenkrebs’ bekommen, stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie alle anderen, die erfahren, dass sie Krebs haben.

Was Sie tun können

Die Tatsache, dass Sie an fortgeschrittenem Lungenkrebs erkrankt sind, ist belastend  und es kann schwierig sein, alle erhaltenen Informationen zu verarbeiten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie unmittelbar nach der Diagnose mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin sprechen, um Ihre Erkrankung und die nächsten Schritte zu verstehen.

Übernehmen Sie im Rahmen Ihrer Behandlung eine aktive Rolle:

  • Informieren Sie sich online oder in Büchern über Ihre Krebserkrankung und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Holen Sie eine Zweitmeinung ein.
  • Treten Sie einer Krebs-Selbsthilfegruppe bei oder sprechen Sie mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Eine gute Kommunikation mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin hilft Ihnen und Ihren Angehörigen, informiert zu sein und Entscheidungen zu treffen.

Hier sind drei hilfreiche Tipps:

1

Notieren Sie sich vor Arztbesuchen eine Liste von Fragen, die Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin stellen möchten, oder verwenden Sie den herunterladbaren Gesprächsleitfaden.

2

Trauen Sie sich nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen oder unsicher sind, was Ihr Arzt/Ihre Ärztin oder die medizinische Fachperson sagt.

3

Bringen Sie jemanden zur Unterstützung mit. Eine Begleitperson kann zuhören und Notizen machen, während Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin sprechen.

Fragen an Ihren Arzt/Ihre Ärztin

Warum wir kämpfen

In den letzten zehn Jahren wurden grosse Fortschritte bei der Behandlung des fortgeschrittenen Lungenkrebs gemacht, was zu mehr Überlebenden und mehr Hoffnung für diejenigen, die mit der Krankheit konfrontiert sind, geführt hat. Jeder Betroffene hat seinen eigenen Grund zu kämpfen, aber es ist wichtig, ihn zu kennen.

CH-NON-01276, 06/2021

Gesundheitsbewusstsein

Fünf Mythen über Diabetes

Lesen Sie die Wahrheit über fünf häufige Falschannahmen.

25.06.2021

Share this article

article hero thumbnail

Weltweit leben mehr als 463 Millionen Erwachsene mit Diabetes. Und obwohl Diabetes ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem ist, wird es manchmal missverstanden. Dies gilt insbesondere für Typ-2-Diabetes.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes, die häufigste Form von Diabetes, ist durch eine Insulinresistenz gekennzeichnet. Insulin, ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird, hilft der Glukose (Zucker), in die Körperzellen zu gelangen und dort als Energiequelle zu dienen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist der Körper nicht in der Lage, das Insulin richtig zu nutzen, so dass sich zu viel Glukose im Blut ansammelt und einen hohen Blutzuckerwert verursacht.

Hier sind fünf häufige Mythen über Typ-2-Diabetes

01.

Mythos: Diabetes Typ 2 ist keine ernsthafte Krankheit.

Die Wahrheit: Wenn Typ-2-Diabetes nicht gut behandelt wird, kann er zu ernsten Komplikationen führen. Die Behandlung von Diabetes, einschliesslich der Aufklärung über die Krankheit, einer gesunden Lebensweise und der Zusammenarbeit mit einem Arzt, um einen Behandlungsplan zu erstellen, kann dazu beitragen, das Risiko von Komplikationen zu verringern. Das bedeutet jedoch nicht, dass Typ-2-Diabetes nicht ernst genommen werden sollte.

02.

Mythos: Wenn man Typ-2-Diabetes hat, kann man die Anzeichen nicht übersehen.

Die Wahrheit: In vielen Fällen entwickeln sich die Symptome von Typ-2-Diabetes langsam, oft über mehrere Jahre hinweg und können so schwach sein, dass sie leicht unbemerkt bleiben. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes haben überhaupt keine Symptome, was dazu beiträgt, dass weltweit 1 von 2 Erwachsenen mit Diabetes nicht diagnostiziert wird.

Zu den Symptomen von Typ-2-Diabetes können folgende gehören:

  • Übermässiger Durst und trockener Mund
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verschwommenes Sehen
  • Taubheit oder Kribbeln in den Händen und/oder Füssen
  • Langsam heilende Wunden

03.

Mythos: Alle Menschen mit Typ-2-Diabetes sind übergewichtig.

Die Wahrheit: Menschen mit Übergewicht haben ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Es gibt aber noch eine Reihe anderer persönlicher und lebensstilbezogener Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes beitragen.

Zu diesen Risikofaktoren können folgende gehören:

  • Diabetes in der Familie
  • Übergewicht
  • Ungesunde Ernährung
  • Körperliche Inaktivität
  • Zunehmendes Alter
  • Hoher Blutdruck
  • Ethnische Zugehörigkeit
  • Ungesunde Ernährung während der Schwangerschaft

04.

Mythos: Typ-2-Diabetes betrifft nur die Bauchspeicheldrüse.

Die Wahrheit: Mit der Zeit kann Typ-2-Diabetes auch andere Bereiche des Körpers beeinträchtigen. So haben Menschen mit Typ-2-Diabetes zum Beispiel ein doppelt so hohes Risiko, eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall zu erleiden wie Menschen ohne Diabetes. Es gibt jedoch Massnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko der schwerwiegenderen Komplikationen von Typ-2-Diabetes zu verringern. Dazu gehört, dass der Blutzuckerspiegel möglichst nahe am individuellen Zielwert gehalten wird, dass man sich gesund ernährt, regelmässig Sport treibt und die Blutdruck- und Cholesterinwerte auf dem von einem Arzt festgelegten Niveau hält.

05.

Mythos: Sport kann für Menschen mit Typ-2-Diabetes gefährlich sein.*

Die Wahrheit: Körperliche Aktivität ist für Menschen mit Typ-2-Diabetes sehr wichtig, da sie dazu beitragen kann, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und das Risiko für diabetesbedingte Komplikationen wie Herzerkrankungen und Nervenschäden zu senken. Um sich ausreichend zu bewegen, muss man jedoch nicht stundenlang im Fitnessstudio sein. Erwachsene mit Typ-2-Diabetes können mit täglichen Spaziergängen beginnen. Einfache alltägliche Aktivitäten wie der Gang zum Briefkasten oder das Parken in grösserer Entfernung vom Eingang sind weitere Möglichkeiten.

*Bevor Sie mit einer körperlichen Aktivität beginnen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welche Aktivitäten für Sie am besten geeignet sind.

CH-NON-01260, 06/2021

Gesundheitsbewusstsein

Was Sie über Diabetes wissen sollten

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich in einer erhöhten Konzentration von Zucker im Blut äussert.

25 June, 2021

Share this article

article hero thumbnail

Rund 500’000 Menschen sind in der Schweiz von Diabetes betroffen, circa 90% davon (eine von 18 Personen) leiden an Typ-2-Diabetes. Viele Personen wissen möglicherweise gar nicht, dass sie ebenfalls daran erkrankt sind, denn es dauert im Durchschnitt 7 Jahre, bis ein Typ-2-Diabetes entdeckt wird. Die Zahl der Diabetes-Patienten nimmt stetig zu. Schätzungen zufolge soll die Zahl der weltweit Betroffenen im Jahr 2045 auf 700 Millionen angestiegen sein.

Rund

500’000

Menschen in der Schweiz leiden an Diabetes.

Typ-2-Diabetes macht circa

90%

aller diagnostizierten Diabetes-Fälle bei Erwachsenen aus.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die sich langsam entwickelt und durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Sie entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin produziert oder der Körper das Insulin nicht wirksam nutzen kann, um Blutzucker in Energie umzuwandeln (Insulinresistenz).

In den meisten Fällen tritt Typ-2-Diabetes in der zweiten Lebenshälfte auf. Dabei sind anfänglich keine Symptome spürbar. Die Krankheit wird häufig erst erkannt, wenn erste Komplikationen, wie z.B. schlecht heilende, infektionsanfällige Wunden oder Sehstörungen auftreten. Immer häufiger tritt Typ-2-Diabetes auch bei jüngeren Menschen mit starkem Übergewicht auf.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tod

Typ-2-Diabetiker im Alter unter 55 Jahren haben ein stark erhöhtes Herzinfarkt Risiko.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein 1.5-2fach höheres Risiko für einen Schlaganfall im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

52% der Todesfälle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sind die Folge einer kardiovaskulären Erkrankung.

Zu den Symptomen von Typ-2-Diabetes können gehören:

  • Übermässiger Durst und trockener Mund
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verschwommenes Sehen
  • Taubheit oder Kribbeln in den Händen und/oder Füssen
  • Langsam heilende Wunden

Mehrere Risikofaktoren wurden mit Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Diese umfassen

  • Diabetes in der Familie
  • Übergewicht
  • Ungesunde Ernährung
  • Körperliche Inaktivität
  • Zunehmendes Alter
  • Hoher Blutdruck
  • Ethnische Zugehörigkeit
  • Ungesunde Ernährung während der Schwangerschaft

Blutzuckerkontrolle ist für Typ-2-Diabetes-Patienten lebenswichtig

Bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes geht es vor allem darum, die erhöhten Blutzuckerwerte zu normalisieren. Dabei können die Umstellung auf eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung helfen. In vielen Fällen reicht dies jedoch nicht und die Patienten sind zusätzlich auf Antidiabetika (blutzuckersenkende Medikamente) und regelmässige Besuche bei ihrem Arzt angewiesen.

CH-NON-00862, 06/2021